"Bewusstsein ist kein Besitz. Es ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. Bewusstsein ist eine Perspektive - und Perspektiven sind beweglich."
Thore Volquardsen
Meine Tätigkeit
Ich bin Jahrgang 1969 und geboren im Sönke-Nissen-Koog (Kreis Nordfriesland) – in unmittelbarer Nähe zum Wattenmeer und zur Nordsee. Der Naturraum, die Weite, das Leben mit Gezeiten, Wind und Wandel haben mich früh geprägt und sind bis heute ein zentraler Bezugspunkt meiner Arbeit und meiner persönlichen Haltung.
Ich arbeite in der Begleitung von Menschen, Fachkräften und Institutionen in den Bereichen Coaching, Beratung, Supervision, Training und Prozessbegleitung mit Schwerpunkt auf Traumadynamiken, sozialräumlichen Kontexten und komplexen psychosozialen Lebenslagen.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der Begleitung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen im Schnittfeld von Jugendhilfe, Sozialpsychiatrie, Bildung und Krisenkontexten.
Darüber hinaus bin ich als Referent und Gastdozent an verschiedenen Akademien tätig, insbesondere in den Bereichen sozialpädagogische Praxis, systemische Perspektiven und prozessorientierte Organisationsentwicklung.
Im Bereich Natur-, Wildnis- und Erfahrungslernen arbeite ich mit Konzepten der Natur- und Wildnispädagogik sowie der naturbezogenen Prozessbegleitung.
Für meine Arbeit mit Privatpersonen und meine institutionelle Tätigkeit bestehen getrennte organisatorische Strukturen. Die Arbeit im Rahmen des IPSP-Projekts – Institut für psychosoziale Entwicklung – ist auf Fort- und Weiterbildung, Supervision sowie die Begleitung professioneller Systeme ausgerichtet. Diese institutionelle Tätigkeit ist organisatorisch getrennt, prägt jedoch meine fachliche Perspektive und mein Verständnis komplexer psychosozialer Dynamiken.

Persönlicher Weg und Erfahrungsräume
Berufliche Erfahrung
Ein wesentlicher Teil meiner beruflichen Laufbahn liegt im sozialpsychiatrischen Arbeitsfeld. Über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg habe ich dort Menschen mit schweren und schwersten Traumata sowie komplexen Traumafolgestörungen begleitet. In diesem Kontext war ich Gründer und Leiter einer Einrichtung und habe mit Menschen gearbeitet, deren Lebensgeschichten sich in unterschiedlichsten sogenannten psychiatrischen Diagnosen widerspiegelten.
Dazu zählten unter anderem Angst- und Panikstörungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, depressive und bipolare Störungen, dissoziative Störungsbilder sowie komplexe Traumafolgestörungen. Meine Spezialisierung lag insbesondere in der Begleitung von Menschen mit hoher Traumabelastung und langjährigen psychischen Krisenverläufen.
Zusätzlich habe ich viele Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet – unter anderem mit Jugendlichen in schweren Krisen, mit massiven Verhaltensauffälligkeiten, mit sogenannten „Systemsprengern“, mit jungen Menschen nach drogeninduzierten Psychosen sowie in hochbelasteten familiären und sozialen Kontexten.
Diese unterschiedlichen Arbeitsfelder haben mir ein sehr breites fachliches, systemisches und menschliches Erfahrungsspektrum eröffnet.
HINWEIS:
Meine Tätigkeiten verstehen sich ausdrücklich nicht als Heilkunde, sondern als Beitrag zu einem vertieften Verständnis von sozialen, biografischen und zwischenmenschlichen Dynamiken.
Auch persönlich suche ich immer wieder bewusst Herausforderungen, um meine eigenen Grenzen zu erfahren und neu zu justieren. Naturräume spielen dabei eine zentrale Rolle – unter anderem beim Wandern, Segeln und Klettern. Sie sind für mich Erfahrungs-, Resonanz- und Korrekturräume zugleich.
Darüber hinaus haben mich indigene Kulturen, ihre Weltbilder und ihre Formen von Sinn- und Gemeinschaftsverständnis nachhaltig geprägt. Ebenso ist Kunst ein wichtiger Teil meines Lebens: Ich mache selbst Musik und beschäftige mich intensiv mit kreativen Ausdrucksformen.
Ich habe Hütten gebaut und große Fahrzeuge zu autarken Lebensräumen umgebaut, um darin zu leben und zu reisen, und lebe heute persönlich auf einem Segelboot, das ich selbst ausgebaut habe. Diese Lebensform spiegelt meine Grundhaltung wider: Reduktion auf das Wesentliche, Eigenverantwortung, Verbundenheit mit Natur und Umgebung sowie die Bereitschaft, sich immer wieder neu auszurichten.
Zentrum meiner Arbeit
Im Zentrum meiner Arbeit steht der Mensch in seinem Zusammenhang: eingebettet in Beziehungen, Generationen, soziale Räume, Natur und größere Ordnungen. Ich begleite Menschen in Krisen, Übergängen und Entwicklungsprozessen mit dem Ziel, Sinn, Orientierung, innere Ruhe und persönliche Ausrichtung wieder erfahrbar zu machen – jenseits von Optimierung, Anpassung oder normativen Vorgaben
Haltung jenseits von Diagnosen
Im Laufe meiner Arbeit hat sich meine Haltung zunehmend verändert. Klassische Diagnosen, Störungsbilder und Krankheitskategorien stehen für mich heute nicht mehr im Zentrum. Ich verstehe sie weniger als Beschreibung eines „Defekts“, sondern als Ausdruck, Wirkung und Sprache von Erfahrungen, von Lebensbedingungen, Beziehungsdynamiken und oft auch von Überforderung über lange Zeiträume hinweg.
Was Medizin, Psychologie oder Gesellschaft als krank oder gestört definieren, ist aus meiner Sicht häufig eine logische Konsequenz dessen, was Menschen erlebt, getragen oder kompensiert haben. Entscheidend ist für mich nicht die Kategorie, sondern das Verstehen der Zusammenhänge – und die Frage, wie Menschen wieder in innere Ordnung, Orientierung und Beziehung zu sich selbst finden können.
Diese Haltung prägt meine gesamte Arbeit in Coaching, Beratung und prozessorientierter Begleitung.
Tätigkeit als Autor
Neben all diesen Tätigkeiten bin ich auch als Autor zu verschiedenen Themen wie Trauma, Bewusstsein und Gesellschaft tätig.